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Aktuelle Wirtschaftsnachrichten Nachrichten
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Drastischer Preisanstieg bei Lebensmitteln
Für Lebensmittel, insbesondere bei Milch-, Getreide- und Fleischprodukten sollen die Preise drastisch, teilweise um bis zu 50% angehoben werden.
Das Rheinisch-Westfälischem Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) geht davon aus, dass der Preisanstieg nicht nur vorübergehend ist, wie in früheren Jahren etwa bei Missernten oder Tierseuchen. Einerseits steigt die weltweite Nachfrage für Lebensmittel, andererseits schrumpfen die Anbauflächen der Agrarprodukte für Lebensmittel wegen des steigenden Bedarfs für Bioenergie aus nachwachsenden Rohstoffen, zudem sind die Kosten für die Erzeugung und Bereitstellung der Lebensmittel (Strom- und Gaspreise, sowie Logistikkosten) nachhaltig gestiegen.
Besonders betroffen sind einkommensschwache Haushalte, deren Ausgaben für Lebensmittel bis zu 40% des Nettoeinkommens betragen.
Die angekündigten Preissteigerungen für Milchprodukte betragen 40-50%. Die hohen Lagerbestände aus der Überproduktion der EU Bauern vergangener Jahre sind abgebaut. Der Bedarf an Milchprodukten steigt weltweit, Dank wachsendem Wohlstands vor allem in Asiatischen Ländern wie China und Indien, steigt die Nachfrage stärker als die Produktion. Und mit der Nachfrage steigen auch die Weltmarktpreise. Diese Entwicklung führte zu einem neuen Kräfteverhältnis bei Preisverhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmittelhandel und zur gegenwärtigen Preisrunde.
Brotgetreide hat sich während eines Jahres um bis zu 60% verteuert. Die Verteuerung hier ist nicht allein auf steigende Nachfrage zurückzuführen, sondern nachhaltig auch auf den steigenden Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen für die Bioenergieerzeugung. Steigende Milch- und Getreidepreise werden, wie bereits angekündigt, zu Kostensteigerungen bei Backwaren führen. Zwar beträgt der Anteil der Getreidekosten an einem Brötchen unter 10%, aber auch bei den Bäckern machen sich die gestiegenen Preise für Strom und Gas, sowie die gestiegenen Transportpreise aufgrund der Benzinpreiserhöhungen der letzten Zeit bemerkbar.
Als Folge der Preissteigerungen für landwirtschaftliche Produkte sieht der Bauernverband auch die Notwendigkeit die Fleischpreise zu erhöhen. Bei dem drastischen Anstieg der Preise für Getreide verteuern sich auch die Erzeugungskosten. Die Geflügelwirtschaft beziffert den Anteil der Futterkosten an den Erzeugerkosten mit etwa 60% und binnen Jahresfrist seien die Futterkosten um 100% gestiegen.
Die Hoffnung auf eine baldige Korrektur des Preisanstiegs, d.h. auf wieder sinkenden Preise für Lebensmittel ist vor diesem Hintergrund nicht in Sicht. Verweise auf ein sehr niedriges Preisniveau für Lebensmittel in Deutschland innerhalb der EU sind sehr wenig hilfreich für einkommensschwache Haushalte , die bereits wieder bis zu 40% des verfügbaren Nettoeinkommens für Lebensmittel ausgeben.
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